Entdecken Sie auf der umfangreichen Verlobungsringe-Übersichtsseite das passende Modell oder informieren sich im Magazin über die richtige Ringgröße, Edelmetalle und Diamanten.
Alle Diamant-Schliffe, die nicht rund sind, nennt man Fancy-Cuts. Der runde Brillant ist zwar der bekannteste geschliffene Diamant, aber die anderen Formen werden immer beliebter.
Diamanten werden nach vier Merkmalen bewertet: Farbe (Color), Reinheit (Clarity), Gewicht (Carat) und Schliff (Cut). Alle vier Angaben stehen im Edelstein-Zertifikat. Bei Fancy-Cuts fehlt die Angabe zur Schliffgüte, andere Details, wie die Politur und Symmetrie, werden trotzdem bewertet.
Es gibt zwei Diamant-Schliffe, die die Basis für alle Fancy-Cuts bilden: Brillant- und Stufen-Schliffe. Brillant-Schliffe funkeln stärker, Stufen-Schliffe wirken eleganter.
Fancy-Cuts auf Basis des Brillant-Schliffs sind Cushion-, Oval-, Pear-, Marquise- und Heart-Cut, die Stufen-Schliffe heißen Emerald-, Princess- und Asscher-Cut. Der Radiant-Cut gilt als Hybrid aus beiden Schliffen.
Stufen-Schliffe erfordern wegen ihrer größeren Tafel eine höhere Reinheit, mindestens VS2 oder in Ausnahmefällen SI1, um „eye-clean“ zu wirken. Bei Schliffen, die auf dem Brillanten aufbauen, reicht in vielen Fällen SI2 als Reinheit aus.
Bei Steinen über 1,50 Karat ist es ratsam, in eine bessere Farbqualität zu investieren, da die Größe die Farbe verstärkt. Schliffe, die auf dem Brillanten basieren, kaschieren Farbe besser.
Der Bow-Tie-Effekt kann bei ovalen und linsenförmigen Diamant-Schliffen auftreten. Er zeigt sich als schwarzer, horizontaler Schatten im Zentrum beim Oval-, Pear-, Marquise- und Heart-Cut. In Zertifikaten gibt es keine Angabe zum Bow-Tie-Effekt.
Verstärkt wird der Bow-Tie-Effekt durch Schliffe, die das Licht nicht optimal brechen und durch ein ungünstiges Tiefe-Breite-Verhältnis des Edelsteins.
Seit dem Mittelalter gibt es oval geschliffene Diamanten. In den 1960ern perfektionierte Lazare Kaplan den modernen ovalen Schliff, heute einer der populärsten Fancy-Cut-Diamanten.
Proportionen sind entscheidend für Oval-Cut-Diamanten mit ihren 58 Facetten. Ein gutes Länge-zu-Breite-Verhältnis liegt zwischen 1,30 und 1,50. Optimal für Oval-Cuts ist ein Verhältnis von 1,36.
Oval-Cut-Diamanten verzeihen einige Einschlüsse, selbst SI wirkt – wegen der zahlreichen Facetten – noch rein.
Bei der Farbe ist G ausreichend, bei mehr als 1,5 Karat ist F die bessere Wahl.
Beliebt für Verlobungsringe ist die Fassung als Solitär. Wer es richtig funkeln lassen will, punktet mit Pavé-Fassung, wie beim Modell Verlobungsring Hidden Halo Pavé.
Die klassische Wahl ist eine Kombination mit Seitensteinen, wie beim Modell Verlobungsring Oval Tapered Baguette. Unser Tipp für kleinere Budgets ist der Verlobungsring Vivid Petite Oval-Cut.
Cushion-Cuts können quadratisch bis rechteckig sein und haben immer abgerundete Ecken. Diese Form ähnelt einem Kissen, daher der Name „Kissenschliff". Vor 1880 waren Cushion-Cuts bei Diamanten sehr verbreitet. Sie haben ein weiches Erscheinungsbild und eignen sich als Hauptstein für Verlobungsringe.
Es gibt vier Varianten des Cushion-Cut, die sich in der Anzahl ihrer Facetten unterscheiden:
Cushion-Cuts haben ein Länge-Breite-Verhältnis von 1,00 bis 1,10, seltener sieht man sie mit einem länglicheren Verhältnis von 1,20.
Bei Cushion-Cuts erkennt man dank der Facetten Einschlüsse recht schwer. Empfehlung: Ein schöner Cushion-Cut in SI, bei dem keine Einschlüsse mit bloßem Auge sichtbar sind. Mit etwas Glück erhält man einen „eye-cleanen“ Stein ohne für teure Kategorien wie VS zu bezahlen. Bei der Farbe kann bereits H funktionieren, mit G geht man auf Nummer sicher.
Cushion-Cut-Diamanten können vielseitig gefasst werden: einfach als Solitär, mit Halo Fassung oder mit Seitensteinen als Einstiegsmodell.
Joseph Asscher erfand 1902 den Asscher-Cut. Dieser Diamant-Schliff ist älter als der Brillant-Schliff.
Familie Asscher führte eine Diamantschleiferei in Amsterdam und wurde weltberühmt, weil König Eduard VII. sie beauftragte, den Cullinan-Diamanten zu schleifen. Mit 3.106 Karat war dieser Diamant der größte der Welt. Nach reiflicher Überlegung teilte man ihn in neun große und 96 kleinere Steine. Einer dieser Diamanten, der Cullinan I, schmückt mit 530 Karat die englische Krone. Die Asschers schliffen auch andere berühmte Diamanten, wie den Excelsior.
Es gibt zwei Versionen des Asscher-Cuts: die klassische mit 57 Facetten und den Royal Asscher mit 74 Facetten, der 2001 patentiert wurde.
Asscher-Cuts haben eine quadratische Grundform und rechteckige Facetten. Das optimale Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei Asscher-Cuts zwischen 1:1 und 1:1,05.
Die ideale Tiefe des Asscher-Cut liegt zwischen 61 und 67 Prozent, sein Gürtel ist dünn.
Preistipp: Flachere Steine wiegen weniger und sind günstiger, eine Tiefe von 57 % sollte man nicht unterschreiten.
Sichtbare Einschlüsse vermeidet, wer VS2 als Edelsteinqualität und Farbe G oder F wählt.
Wir empfehlen Ringe mit Pear-Shape- oder Tapered-Baguette-Seitensteinen für den Asscher-Cut für einen noblen, unaufdringlichen Look. Noch stärker funkelt es, bei Kombinationen des Asscher-Cuts mit einem Halo- und einer Pavé-Fassung. Für Puristen ist ein Solitärschliff die beste Wahl.
Der Radiant-Cut vereint Elemente des Brillant- und Smaragd-Schliffs. Seine 70 Facetten verleihen ihm besondere Brillanz. Der Schliff wurde 1977 von Henry Grossbard eingeführt und achteckig aufgebaut. Durch die elegante Grundform ist Radiant-Cut für Verlobungsringe perfekt.
Das optimale Längen-Breiten-Verhältnis liegt zwischen 1,00 und 1,35. Steine über 1,50 wirken fast wie der rechteckige Smaragd-Schliff. Ein Verhältnis von 1,00 ergibt eine quadratische Form. Steine um die 1,35 sind besonders attraktiv für Ringfassungen.
Bei der Qualität ist SI akzeptabel, wenn Einschlüsse durch Facetten verborgen unsichtbar sind. Bei gefassten Steinen lässt sich Geld sparen, wenn ein Stein gewählt wird, dessen Einschlüsse von der Fassung verdeckt werden. Höhere Qualitäten als VS sind etwas für Liebhaber, da Unterschiede mit dem Auge nicht sichtbar sind.
Wir empfehlen mindestens Farbe G für den Radiant-Cut, da gelbe Tönung früh erkennbar sind. Die Schliff-Qualität sollte mindestens „sehr gut“ sein.
Für ein modernes Design steht der Vivid Petite Radiant Cut. Funkelnder ist das Modell Radiant Halo Pavé, einfach und klar gestaltet ist unser Radiant Clean.
Der Emerald-Cut, auch Smaragd-Schliff genannt, ist ein eleganter und zeitloser Diamant-Schliff. Die Stilikone Grace Kelly wählte ihn für ihren Verlobungsring.
Seine Beliebtheit stieg in den 1920ern, in der Art-déco-Zeit, die klare Linien und Symmetrie schätzte. Heute tragen drei Prozent aller geschliffenen Diamanten einen Smaragd-Schliff.
Mit achteckiger Grundform und 57 Facetten und gehört er zu den Stufenschliffen mit reizvollem Licht- und Schattenspiel zwischen den Facetten.
Längs zur Hand gefasst verlängert er optisch den Finger und fasziniert mit seiner subtilen Lichtreflexion. Der Smaragd-Schliff ist vielseitig einsetzbar – perfekt für Verlobungsringe, Ohrringe oder Halsketten.
Einen ausgewogenen Smaragd-Schliff erhält man bei Tiefe-Breiten-Verhältnissen zwischen 60 und 67 Prozent.
Bei der Tafel empfehlen wir 61 bis 68 Prozent der Diamantbreite. Das ideale Seitenverhältnis liegt zwischen 1,30 und 1,50, wobei 1,40 als perfekt gilt.
Da der Smaragd-Schliff ruhig wirkt, als andere Schliffe, wird eine Farbtönung eher sichtbar. Vor allem bei größeren Steinen empfehlen wir Farben von D bis G, bei H wird er sichtbar wärmer.
Da Einschlüsse im Smaragd-Schliff leicht zu sehen sind, sollte man auf Reinheit achten. Wir empfehlen VS2 oder besser, solange die Einschlüsse nicht direkt unter der Tafel liegen.
Es gibt viele Möglichkeiten, den Emerald-Cut-Diamanten zu fassen. Er funktioniert als Solitärring oder mit anderen Diamanten kombiniert werden, mit Pavé, Halo oder mit seitlichen Trapez-Diamanten.
Der Tropfenschliff wird nach seiner tropfenartigen Form als Pear-Cut bezeichnet. Er kombiniert Merkmale des Marquise- und des runden Brillant-Schliffs. Ein Pear-Cut-Diamant erscheint größer als andere Steine mit dem gleichen Diamantgewicht. Wer einen großen Stein zum kleinen Preis sucht, liegt mit einem Pear-Cut richtig.
Es gibt verschiedene Länge-Breite-Verhältnisse bei Tropfenschliffen. Breitere Steine haben ein Verhältnis von 1,50; schmalere von 2,0. Zum Beispiel hat ein Stein von 10 mm Länge und 6,25 mm Breite ein Verhältnis von 1,60. Viele finden Pear-Cuts im Verhältnis zwischen 1,55 und 1,75 am schönsten.
Der Pear-Cut hat 58 Facetten und kann bei ungünstiger Proportion den Bow-Tie-Effekt zeigen. Farben bis H sind bei entsprechender Fassung akzeptabel und Einschlüsse bis SI2 oft unsichtbar.
Tropfenschliffe werden meist mit anderen Steinen gefasst. Üblich sind Kombinationen mit kleineren Tropfen oder Tapered-Baguette-Seitensteinen. Andere Optionen sind Pavé-Fassungen oder ein zusätzlicher Halo um den Hauptstein.
Der Heart-Cut ist ein herzförmiger Diamant-Schliff mit 56 bis 58 Facetten. Als Anhänger beliebt, kommt aber nicht so oft in Verlobungsringen vor. Erst Heart-Cuts mit mehr als 0,50 Karat kommen in Ringen gut zur Geltung.
Beim Kauf eines Heart-Cuts ist die Symmetrie wichtig. Beide Hälften des Herzens müssen gleich und rund sein. Es gibt verschiedene Varianten des Schliffs von schmal bis breit. Für einen Anhänger eignen sich längliche Steine mit einem Verhältnis von 1,05 bis 1,15. In Ringen sehen breitere Steine mit einem Verhältnis unter 1,00 schöner aus.
Bezüglich der Farbe wählen viele Kunden Weißtöne zwischen G und H. Größere Steine dürfen ruhig in Farbe F gewählt werden, um sichtbare Tönung zu vermeiden. Bei der Reinheit ist SI1 eine gute Wahl, bei größeren Diamanten VS2.
Es gibt verschiedene Modelle für den Heart-Cut. Für einen klassischen Verlobungsring eignen sich das Heart Clean oder das Pure-Love-Modell. Besondere Highlights sind die Ringe Toi & Moi Emerald & Heart und Flame.
Betzalel Ambar und Israel Itzkowitz entwickelten 1979 den Princess-Cut, wie wir ihn heute kennen. Seine Ursprünge reichen bis zum „Profilcut“ von A. Nagy aus dem Jahr 1961 zurück. Er ist nach dem runden Brillant-Schliff der beliebteste Schliff für Verlobungsringe.
Ein typischer Princess-Schliff hat 57 Facetten, es gibt Varianten mit 76 oder 146 Facetten.
Beim Schleifen eines Princess-Cuts geht wenig vom Rohdiamanten verloren. Aus dem oktaederförmigen Rohdiamant ergeben sich zwei Pyramiden, aus denen je ein Diamant entsteht. Effiziente Schleifer nutzen so 60 % des Rohdiamanten und minimieren den Verlust. Deswegen ist der Princess-Cut der günstigste Schliff pro Karat.
Die Proportionen bei einem Princess-Cut liegen zwischen 1,00 und 1,05. Seltener sieht man lange Seiten von über 1,05.
Die große Tafel nimmt bei diesem Schliff etwa 70 % der Oberfläche ein, während beim Brillanten die Tafel etwa 53-56 % ausmacht. Für maximale Brillanz sollte die Tafelgröße prozentual kleiner als die Tiefe sein.
Wir empfehlen Steine mit der Farbe G. Für gute Princess-Cuts wählt man mindestens SI1, VS2 oder eine höhere Qualität. Einschlüsse in den Ecken führen selten zu Brüchen..
Geeignete Fassungen: Solitär, Pavé und Designs mit Halo.
Der Marquise-Cut, ein linsenförmiger Schliff aus dem 18. Jahrhundert Frankreichs, wurde im Auftrag von König Ludwig XV. entwickelt. Seine schmale Form lässt Finger länger und schlanker erscheinen.
Ein Länge-Breite-Verhältnis von 1,7 bis 2,15 gilt als ausgewogen beim Marquise-Cut, 1,95 bis 2,05 als exzellent. Ein nicht optimales Verhältnis kann zu einem unerwünschten Bow-Tie-Effekt führen. Deshalb sollte man den Diamanten vor dem Kauf sehen.
Bei der Reinheit empfehlen wir SI1 für unter 1 Karat, VS2 für größere Steine und Farbe G oder besser.
Der Marquise hat einen auffälligen Schiff, der in Ringen als Solitär wunderbar zur Geltung kommt. Seitensteine oder eine Pavé-Ringschiene ergänzen den Marquise-Cut-Diamanten ebenfalls gut.